Eigene Wiesen und Weiden in Utholm

VON OTTO-ERWIN HORNSMANN1

teaser_christian_III_of_DenmarkChristian III. von Dänemark und
Norwegen, um 1550.
Abb. gemeinfrei

Helgoländer Fischer werden sich kaum direkt an den Heringsfang im größeren Maße beteiligt haben, zumal sie kein Absatzgebiet gefunden haben dürften, weil alle Küstenländer und Küstenstädte dazu ihre eigenen Flotten eingesetzt hatten. Aber sie vermieteten den Fremden Wohnraum und Grundstücke und leisteten Dienste aller Art. Sie fuhren als Besatzung auf den großen Schiffen, erlernten den Fischfang nach den neuesten Methoden mit modernen Fanggeräten und konnten sich sicherlich nach und nach eigene große Boote anschaffen. Es war eine kurze Glanzzeit für sie, aus der berichtet wurde, dass Helgoländer eigene Wiesen und Weiden in Utholm besessen hatten. So wird be­richtet, dass …Eyderstedter und andere vom festen Lande ihre benötigten Gel­der von Helgoländern erleihen konnten.

Ergiebige Steuerquelle begann zu versiegen

Aber bereits Mitte des 16. Jahrhunderts war der Hering wieder verschwunden und mit ihm alle Fremden. Im Jahre 1544 wurde wieder einmal geteilt zwischen dem dänischen König Christian III. und seinen Brüdern Adolph und Johann. Adolph erhielt den Gottorper Anteil mit Helgoland. Dies Zugeständnis wird dem dänischen König nicht schwergefallen sein, da die bisher so ergiebige Steuerquelle bereits zu versiegen begann. Es vergingen auch nur wenige Jahre, bis der Schleswiger Herzog die ganze Insel Helgoland 1569 sogar verkaufen wollte. Mit dieser Gottorpschen Zeit beginnt die Chronik von Erwin Weber, die er auf Helgoland in den Jahren 1925-1945 zusammengestellt hat. (wird fortgesetzt)

(Gestaltung: Andreas Bubrowski)

  1. aus: Otto-Erwin Hornsmann, Geschichte und Geschichten der Insel Helgoland, Museum Helgoland, 2006, mit freundlicher Genehmigung des Autors

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